· · ·

Von Swakop zum „Toten Meer”

Roadtrip auf der C34: Wlotzkasbaken & Soutgat Roadtrip auf der C34: Vom bunten Geisterdorf und dem Toten Meer Namibias Namibias Küstenstraße, die C34, ist weit mehr als nur eine Verbindung…

Roadtrip auf der C34: Wlotzkasbaken & Soutgat

Roadtrip auf der C34: Vom bunten Geisterdorf und dem Toten Meer Namibias

Namibias Küstenstraße, die C34, ist weit mehr als nur eine Verbindung zwischen Fischerorten. Wer hier fährt, erlebt ein ganz besonderes Fahrgefühl: Zuerst gleitet man auf perfektem Asphalt, bevor die Strecke in die berühmte Salzstraße übergeht – eine spiegelglatte, steinhart gewalzte Oberfläche aus Salz und Sand, die fast wie dunkler Teer wirkt.

Gemeinsam mit zwei Freundinnen habe ich mich auf den Weg nach Norden gemacht, um zwei der faszinierendsten Stopps oberhalb von Swakopmund zu erkunden. Es wurde ein Tag der extremen Kontraste: von knallbunter Architektur bis hin zu einem versteckten „Meer“ mitten in der Einöde.


Erster Stopp: Wlotzkasbaken – Wo die Freiheit keine Zäune kennt

Unser erster Abstecher führte uns nach Wlotzkasbaken. Schon die Einfahrt in diese kuriose Siedlung fühlt sich an wie der Eintritt in eine andere Dimension. Mitten in der monochromen, grauen Küstenwüste leuchten plötzlich Häuser in sattem Rot, leuchtendem Blau und sonnigem Gelb auf.

Was Wlotzkasbaken so einzigartig macht:

  • Grenzenlose Offenheit: Das Erste, was auffällt: Es gibt keine Zäune. Absolut keine. Die Häuser stehen frei in der unendlichen Weite, was dem Ort eine fast surreale Friedlichkeit verleiht.
  • Autarkie pur: Gegründet in den 1930ern als Anglerlager (benannt nach Paul Wlotzka), ist der Ort bis heute unabhängig geblieben. Da es keinen Anschluss an das Strom- oder Wassernetz gibt, thronen auf jedem Dach Solarpaneele und neben jedem Haus stehen markante Wassertanks.
  • Gartenkunst der Wüste: Anstelle von Rasen bewunderten wir vom Wagen aus skurrile Gärten aus kunstvoll arrangierten Steinen und verwittertem Treibholz.

Die Rebellen der Küste: Spannend ist der Spirit der Bewohner. Als die Regierung kürzlich beschloss, den Ort ans offizielle Netz anzuschließen, lehnten die „Wlotzkasbakener“ einhellig ab. Sie wählen lieber die Einfachheit und die damit verbundene Freiheit. Hier baut jeder, wie er will – ein herrlich unangepasster Ort.


Das Ziel: Soutgat – Das „Tote Meer“ der Skelettküste

Nachdem wir die Farbenpracht hinter uns gelassen hatten, ging es weiter auf der harten Salzstraße Richtung Norden. Etwa 75 Kilometer oberhalb von Henties Bay bogen wir ab: 30 Kilometer landeinwärts, mitten hinein in die Wüste. Unser Ziel: das Soutgat (auch bekannt als Strathmore South Sinkhole).

Auf dem Hinweg über die Piste ins Inland war die Fahrt allerdings alles andere als entspannt. Die berüchtigte Wellblechoberfläche der Piste schüttelte uns ordentlich durch – ein ziemlich unangenehmes Gerüttel. Doch man lernt ja dazu: Vor der Rückfahrt habe ich den Reifendruck auf 1,5 bar gesenkt. Der Effekt war magisch! Plötzlich sind wir förmlich geschwebt, fast wie über Asphalt. Ein völlig neues, sanftes Fahrgefühl, das uns die Weite der Wüste erst so richtig genießen ließ.

Die Geschichte hinter dem „Salzloch“:

Das Soutgat ist ein Relikt der Bergbaugeschichte. In den 1960er Jahren wurde hier nach Zinn gegraben. Die Schürfungen reichten so tief, dass sie das extrem mineralreiche Grundwasser der Region freilegten. Nach der Stilllegung der Mine füllten sich die Schächte mit einer Sole, die so dicht ist, dass man – genau wie im Toten Meer – nicht untergehen kann.

Mein persönliches Highlight: Unten schimmert das Wasser in einem fast unnatürlichen Grün. Während der eiskalte Atlantik 30 Kilometer weiter westlich gegen die Küste peitscht, war das Wasser im Soutgat angenehm warm – ein krasser Kontrast zur rauen See.

Man sagt dem Wasser übrigens heilende Kräfte bei Gelenkschmerzen und Rheuma nach – ein echtes Outdoor-Spa mitten im Nirgendwo!


Fazit: Ein Tag voller Entdeckungen

Es war ein großartiger Ausflug mit zwei fantastischen Begleiterinnen. Wlotzkasbaken mit seiner anarchischen Freiheit und das versteckte Soutgat sind absolute Pflichttermine für jeden, der die raue Schönheit der Skelettküste wirklich spüren will.

Jetzt bist du dran: Hast du auch schon mal mit dem Reifendruck experimentiert, um eine Piste zu bezwingen? Oder warst du schon mal an einem industriellen Überbleibsel, das heute wie ein Naturwunder wirkt? Schreib es mir in die Kommentare!