Ich habe mich in den letzten Wochen hier ziemlich rar gemacht. Wer mir folgt, wird es bemerkt haben – es war still auf dem Blog. Aber das hatte einen guten Grund. Ich war beschäftigt. Und zwar mit mir selbst und meinem Projekt.
Ich will ehrlich zu euch sein: Als ich hier in Swakopmund ankam, wog ich – wie erwähnt – 104 Kilo und war völlig außer Form. Die letzten Jahre bestanden aus zu viel Whiskey, zu viel Korn und einer endlosen Schleife aus billigen Horrorfilmen und Internet-Müll. Ich war in einer digitalen und geistigen Trägheit versunken, körperlich fast erstarrt. Jedes Mal, wenn ich mir schwor, diesen Kreislauf zu durchbrechen, hielt der Vorsatz kaum drei Tage stand.
Ich habe mich oft gefragt: „Junge, was ist eigentlich aus dir geworden?“ Früher hatte ich so viel Disziplin. Wo war sie hin? Ich wollte mir beweisen, dass ich es noch draufhabe. Dass der Kern noch da ist. Ich musste mir eingestehen: Ich war die schlechteste Version von mir.
3,2 Kilometer gegen den inneren Schweinehund
Ich habe mir eine Routine auferlegt, die keinen Raum für Ausreden ließ. Jeden Vormittag ging’s in die Mole. 3,2 Kilometer schwimmen im Atlantik – oft bei 15 Grad Wassertemperatur. Wer den Atlantik hier kennt, weiß: Das ist kein Vergnügen, das ist harte Arbeit, die den Kopf freipustet.
Nach einer heißen Dusche folgte der zweite Teil des Tages: Ich habe mich mit meinem iPad in meine Ecke im „Stammtisch“ zurückgezogen. Kein Internet-Müll, keine Ablenkung. Nur ich und die Geschichte.
Die Bilanz: 12,7 Kilo und 83.000 Wörter
Heute Morgen stand ich auf der Waage. Mein ambitioniertes Ziel war es, bis zur Ankunft meiner Frau die 90-Kilo-Marke zu knacken. Das habe ich nicht ganz geschafft, aber ich bin überhaupt nicht sauer deswegen. Die Waage zeigt 91,3 kg. Das bedeutet, ich habe seit meiner Ankunft und dem Beginn meines Programms 12,7 kg abgenommen. Damit bin ich mehr als zufrieden. Ich fühle mich wieder wie ein Mensch, der seinen Körper beherrscht, nicht umgekehrt.
Gleichzeitig ist mein Buch gewachsen. 83.000 Wörter stehen schwarz auf weiß. Das Manuskript trägt den Arbeitstitel „Die Stimmen der Wüste“. Es ist fertig, muss aber natürlich noch überarbeitet und dann auch noch ins Englische übersetzt werden.
Ich vergleiche das Schreiben eines Buches immer mit dem Bau eines Hauses: Der Rohbau steht jetzt. Die Fenster und Türen sind drin, Elektrizität und Wasser sind angeschlossen. Die harte, dreckige Arbeit ist getan. Jetzt kommt die Phase, die richtig Spaß macht: Ich muss die Zimmerwände streichen, alles einrichten und dekorieren. Das ist das Finetuning.
Die Überraschung am Airport
Vielleicht ist dem einen oder anderen aufgefallen, dass ich in letzter Zeit keine Ganzkörperfotos von mir gepostet habe. Das hatte System. Ich will meine Frau Mags überraschen. Ich wette, sie wird mich morgen am Flughafen in Windhoek absolut nicht wiedererkennen, wenn sie mich nach dieser Transformation zum ersten Mal sieht.
Ab morgen ist Urlaub
Ab morgen beginnt für mich der eigentliche Urlaub, denn die Arbeit ist getan. Wir gehen für einige Tage auf Tour – Etosha und das Brandberg Restcamp – bevor es zurück ins schöne Swakopmund geht.
Die Disziplin ist zurück. Und ich freue mich so auf meine Frau und unsere gemeinsame Freundin Nicola.
Wir lesen uns nach der Tour!


Schreibe einen Kommentar